3. Kapitel

Ein fremdartig schwüler Wohlgeruch, wie von südländischen Gärten, umfing ihn.
Wieder streifte ihn ein Arm. Diesmal war es der einer Nonne.
Wie die anderen hatte auch sie um Stirn, Haupt und Nacken einen schwarzen Schleier geschlungen,
unter den schwarzen Seidenspitzen leuchtete ein blutroter Mund.
"Wo bin ich?"

~ Arthur Schnitzler: Traumnovelle


Die Wochen vergingen wie im Flug, während sie mit Johnny all das erlebte, was diese Stadt nur bieten konnte. Doch auch die sinnlichen Abenteuer und der Rausch konnten meist Pater Florian nicht aus ihrem Kopf verbannen. Dabei hatte sie doch schon so oft mit der Gutsfrau nächtelang ihre widersprüchlichen Gefühle debattiert. Und sie hatte ihr so viel zu verdanken – nicht nur ihre verständnisvollen Worte, sondern auch ein komfortables Heim.

Was ist das, fragte sich Christl, als sie den goldgefärbten Umschlag unter dem Tisch fand. Eine Einladung? Aber wohin? Konnte die Gutsfrau etwa Geheimnisse haben?

Auf der Einladung stand geschrieben:

kap3_karte

Nanu, das ist ja schon heute Abend, dachte Christl bei sich. Da erwartete die Gutsfrau doch den hohen Besuch… Bestimmt würde sie dieser Einladung nicht nachgehen können. Doch warum hatte sie gar nichts erwähnt? Christl hatte gedacht, sie wären inzwischen Freundinnen geworden…

  • Soll Christl der mysteriösen Einladung folgen, um die mysteriösen Geheimnisse der mysteriösen Gutsfrau zu enthüllen? weiter >>
  • Soll Christl die Einladung ignorieren und ein Nickerchen machen? weiter >>