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Was ich nicht mehr tun werde: Mehr als vierzehn Alkoholeinheiten pro Woche trinken. Rauchen. Was ich tun werde: Das Rauchen aufgeben. Nicht mehr als vierzehn Alkoholeinheiten pro Woche trinken. ~ Helen Fielding: Bridget Jones
Mit Burschen nach Hause gehen, die mich eigentlich nicht interessieren. Geld ausgeben für Leute, die ich gar nicht richtig kenne. Und die kurzen Röcke lass ich ab jetzt auch sein.
Was war das gestern nur wieder für eine Geschichte? Was war eigentlich gestern?? Oh Gott! Der Sepp erzählt's sicher dem Johann. Und der Johann redt dann wieder groß beim Wirten. Warum passiert das gerade mir - und warum gerade jetzt? Hoffentlich hört die Mutter nix davon. Is mir schlecht.
Der Stall stank wie nie zuvor und Christl fühlte sich elend. Die letzten Stunden hatte sie nur wie durch einen Schleier wahrgenommen. Routinemäßig hatte sie sich ihren Aufgaben gefügt. Irgendwie ging der Tag dann doch vorbei. Müde von der Arbeit und der kurzen Nacht hatte sie noch keine Gelegenheit gehabt darüber nachzudenken, was gestern eigentlich passiert war. Doch jetzt, da ihre Hände keine Beschäftigung mehr hatten, erinnerte sie sich umso eindringlicher an ihr zügelloses Verhalten.
"S'gibt no wos!" rief die Mutter in die Runde und hielt Christl einen dampfenden Fleischknödel unter die Nase. Eilig stürzte das Mädchen aus der Stube und wie immer in solchen Stunden suchte ihr ruheloses Herz die Zuflucht der kleinen Dorfkirche.
Sie wusste nicht, wie lange sie schon grübelnd auf der kalten Bank gesessen hatte, als eine tiefe Stimme sie aus den Gedanken riss.
"Christina? Grüß Gott."
Christl schaute auf und sah in denselben tiefen Blick, den sie schon in der Messe so gierig gesucht hatte.
"Ich bin gleich weg, Herr Pfarrer", meinte sie schnell und machte Anstalten, aufzustehen.
"Aber nein, bleib doch." sagte Pater Florian verständnisvoll. "Darf ich?" fragte er und deutete auf den leeren Platz neben ihr. Christl nickte ihm schüchtern zu und so saßen die beiden einige Minuten schweigend nebeneinander, bevor Pater Forian wieder das Wort ergriff und mit seiner ruhigen Stimme sagte: "Das Herz wird einem oft leichter wenn man seine Sorgen mit jemanden teilen kann."
"Ja." Christl wusste nicht, was sie darauf erwidern sollte.
Sie spürte, dass er sie von der Seite betrachtete. Also hatte er schon gehört, was gestern passiert war. Wie schwer die Schuld auf ihren Schultern lag!
"Es tut mir so leid!" brach es aus ihr heraus. Schluchzend verbarg sie das Gesicht in ihren Händen. Nach einer Weile fühlte sie seine warme Hand auf ihrem Rücken.
"Ich hab das doch alles nicht gewollt - zumindet nicht so! Ich hab doch eigentlich nur tanzen wollen ..." ihre Stimme brach. "Was die Leut' im Dorf schon tratschen möcht ich lieber gar nicht wissen."
Sie schaute auf. Sein Ausdruck war kurz ausdrucklos, dann nahm sein Ausdruck einen harten Ausdruck an. Sie schaute zu Boden.
"Doch dann hab ich mich so wohl gefühlt ... und ich kenn ihn ja auch schon so lang!" Sie konnte sich selbst nicht mehr stoppen. "Ich konnte mich selbst nicht mehr stoppen!"
"Christina." Seine Stimme hatte all ihre Wärme verloren. "Mein Kind, wenn dich die bösen Buben locken, so folge nicht. So rät uns die heilige Schrift."
Verstört sah sie direkt in sein Gesicht. "Aber ... was rät uns die heilige Schrift sonst? Wir sind doch alle nur Menschen und wenn wir uns versündigt haben, was dann ... ?" rief sie verzweifelt aus.
Eisern schwieg Pater Florian schwieg eisern.
Das konnte sie nicht ertragen. Ohne sich nach ihm umzusehen stürzte sie aus der Kirche.
Die frische Abendluft druchströmte sie. Zuerst fühlte sie sich erleichtert, doch schnell war ihr das Dorf zu eng. Sie suchte Zuflucht in den Weinbergen. Oben angekommen schien es ihr, als würde sie zum ersten Mal an diesem Tag wirklich atmen können. Sie sah zum Horizont, wo sie die dunklen Silhouetten der Berge nur noch mühsam von dem Blau des Himmels unterscheiden konnte.
Doch dann sah sie hinab in das Tal, in den Ort, der nun bis auf die paar Straßenlichter ganz im Dunkeln lag.
Wie konnte nur jemals eine ehrenwerte Frau aus ihr werden? Brav sein. Den Körper unter strenger Kontrolle halten. So wollten es die Sitte und der Herr. Nur so wurde man im Dorf respektiert. Was aber sollte man tun, wenn einen die Leichtigkeit mit sich hinforttrug? Wie konnte etwas, das sich gestern noch so richtig angefühlt hatte, heute falsch sein? Oder bestand das Leben für eine wie sie doch nur aus Arbeit, Gehorsam und Keuschheit?
Rastlos irrte sie durch die Weingärten, die sich dunkel gen Himmel streckten. Ihr war kalt und sie überlegte schon, wieder nach Hause zu gehen, als ein Stöhnen aus den Büschen sie innehalten ließ.
Gegen den blauen Horizont erkannte sie schemenhaft zwei nackte Körper, die sich willenlos aneinander pressten. Heiser tönte ihr Atem. Christl konnte ihren Blick nicht abwenden. Das war doch der Johann. Aber wer war das Mädchen, nein, die Frau? Christl trat noch einen Schritt näher heran, versteckt im Schatten der Nacht.
Die Unbekannte stöhnte laut. Johann riss ihren lodernden Körper an den seinen, die beiden Leiber verschlungen sich ineinander, um sich in rhythmischen Stößen zu vereinen. Christl konnte nicht wegsehen, sie fühlte die Lust der beiden auch in ihrem Schoß. Sie roch den Liebesschweiß, der heiß in der kühlen Luft pulsierte. Was wäre, wenn sie an ihrer Stelle wäre? Sie fühlte seine verlangenden Hände auf ihrem Körper...
Folge nicht den bösen Buben...
Was nur, was wollte sie eigentlich wirklich?
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